Gedanken zur Jahreslosung 2015

Bild: Jahreslosung 2015
Die Jahreslosung im Verlag am Birnbach

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Römer 15, 7). So lautet die Jahreslosung 2015. Was das für uns heute bedeuten kann, versucht die Künstlerin Stefanie Bahlinger mit ihrem Bild zur Jahreslosung darzustellen. Finden wir als Gemeinde uns in diesem Bild von einem Flickenteppich wieder? Schauen wir auf das Bild: Die einzelnen Flicken, sind aus unterschiedlichem Material. Fein gemusterte gibt es und einfarbige, edle Stoffe genauso wie ganz einfaches Sackleinen. Von der Farbe her sind alle unterschiedlich. Manche sind sich ähnlich, gewiss, aber der genaue Blick zeigt: Gleich sind sie einander nicht. Manche sind größer als andere, die einen sind gerade, andere sind krumm und schief. Eine Decke hätte man aus solchem Material wohl eher nicht gemacht! Zu unterschiedliches Material, das hält nicht, das sieht nicht aus. Aber auf Gemeinde und Kirche bezogen ist die Botschaft eine andere: So bunt und vielfältig und in sich unterschiedlich kann und soll eine Gemeinschaft von Christen aussehen. Gemeinde und Kirche sind kein Einheitsbrei, denn sie bestehen aus Menschen, allesamt von Gott angenommen und geliebt, aber eben sehr unterschiedlichen Menschen!

Die Jahreslosung 2015

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Römer 15,7

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Bei Jesus gibt es keine geschlossene Gesellschaft. Er lädt ein in eine lebendige Gemeinschaft. Und das heißt: Offen, einladend, sich verändernd, in sich beweglich, unterschiedlich. Lebendig heißt nicht: Abgeschlossen, unbeweglich, statisch, immer gleich bleibend. Deshalb sind die Seiten des Flickenteppichs auf dem Bild offen und unfertig. Da sind viele lose Fäden. Und diese ergeben viele Anknüpfungspunkte. Eine Gemeinde ist genauso Stückwerk wie die ganze Kirche, niemals fertig, niemals abgeschlossen. Da kann immer jemand dazukommen, da kann auch jemand seine Nähte lösen. Da kann sich etwas verändern, es kann in eine neue Richtung weitergehen. Da kann sich jemand nur ganz locker anknüpfen, da kann man sich aber auch ganz fest binden.

Schaffen wir das? Gemeinde und Kirche zu sein, die sich miteinander verbunden weiß trotz aller Unterschiedlichkeit? Die offen ist für Neues und neue Menschen, neue Ideen, neue Wege? Ob wir das schaffen, das Kreuz im Mittelpunkt zu sehen und damit Jesus Christus, als Mittelpunkt des Lebens und auch der Gemeinde und Kirche?

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob. Seien wir als Gemeinde Sülbeck ein Flickenteppich. Aber ein besonders schöner! Gott helfe uns dazu!

Ihr Pastor Jens Hauschild