Gedanken zur Jahreslosung 2013

Bild: Jahreslosung 2013Die Jahreslosung im Verlag am Birnbach

Viele sind auf der Suche nach Heimat. Nicht nur Menschen, die auf der Flucht sind oder im Exil leben. Heimat ist ein Ort der Sehnsucht nach Unversehrtheit und Geborgenheit. An solch einem Ort weiß ich: Hier gehöre ich hin. Hier will ich bleiben. Doch gibt es einen solchen Ort? Für uns Christen ist es das Reich Gottes. „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14)  eine Aussage die uns unsicher macht. Wie gehe ich damit um? Was bedeute das für mein Leben, dass nichts, was mich umgibt, Bestand hat? Soll alles, was mein Leben hier ausmacht: meine Familie, meine Freundschaften, mein Engagement in Beruf und Ehrenamt, was ich gelernt habe, soll das alles hintenanstehen?

Nein! – Mein Leben hier auf dieser Erde hat doch Qualität und Lebenswert an sich. Schaffe ich es, den Augenblick zu leben und zu genießen trotz der Erkenntnis: dass ich hier nur Gast bin? Doch eine Heimat, meine Heimat, ist mehr als das, was mich umgibt und mir so wichtig scheint.  Als  ich die Jahreslosung 2013 gelesen hatte, fiel mir sofort diese Geschichte ein: "Ein Tourist darf in einem Kloster bei Mönchen übernachten. Er ist sehr erstaunt über die spartanische Einrichtung ihrer Zellen und fragt die Mönche: 'Wo habt ihr eure Möbel?' Schlagfertig fragen die Mönche zurück: 'Ja, wo haben Sie denn Ihre?' 'Meine?' erwidert darauf der Tourist verblüfft, 'ich, ich bin doch nur auf der Durchreise hier!' 'Eben', werfen die Mönche ein, 'das sind wir auch'" Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Ist das wieder eine der vielen Vertröstungen, die die Bibel für mich parat hat, wenn mir mein Leben Mühe macht?

Die Jahreslosung 2013

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
Hebräer 13,14

Gut, meine Heimat ist im Himmel, liegt also fern von hier. Außerhalb von Raum und Zeit im himmlischen Jerusalem. Das nicht als Vertröstung sondern als Trost zu verstehen, ist eine Herausforderung, der ich mich immer wieder neu stellen muss. Oder ist das Leben hier und heute nicht so wichtig, Hauptsache wir konzentrieren uns auf die künftige Stadt. Dabei helfen mir Fragen wie: Woran orientiere ich mich? Letztlich geht es um Hingabe an Gott. Von ihm allein bezeugt die Bibel, dass er „bleibend“ ist. Glauben heißt, mit Gott unterwegs zu sein, immer wieder neu aufzubrechen mit und zu ihm, auch jetzt schon.
Die Israeliten, die in Babylon in der Verbannung lebten, wussten auch, dass sie eines Tages wieder zurückkehren durften und trotzdem ließ Gott ihnen von Jeremia ausrichten, suchet der Stadt Bestes, richtet euch ein, auf dass es euch Wohl ergehe. Oder die Israeliten in der Wüste, die Aussicht auf das von Gott verheißene Land, in dem Milch und Honig fließen, lässt sie 40 Jahre durchhalten. Auch wir haben unser Leben zu leben und wenn es heißt, dass Jesus Christus bei uns ist, dann darf ich mit ihm schon jetzt an meine künftige Stadt, an Gottes Reich mit bauen.

Wilfried Koch