Gedanken zur Jahreslosung 2008

Jesus sagt den Seinen: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben!" (Johannes 14, 19). Er verspricht das mit Blick auf seinen Abschied aus dieser Welt. Was für ein Leben meint er denn? Er verspricht uns ein Leben, wie er es haben wird. Ein Leben nach dem Sterben, ein Leben ohne Tränen, Schmerz und Tod. Gott selbst hat die Fessel des Todes zerrissen, als er Jesus von den Toten auferweckte. Seither sind die Gräber der Angst und der Vergeblichkeit von Gott her aufgebrochen. Zuvor sagt Jesus auch: "Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.

Die Jahreslosung 2008

Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,19

Die "Welt", das sind hier ganz klar die Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben, damals wie heute. Für sie ist er seit Karfreitag tot. Für sie ist er im Grab geblieben. Sie haben ihn schon lange vergessen oder nie gekannt. Was er in dieser Welt getan hat an Zeichen und Wundern, an Taten der Liebe und der Barmherzigkeit und in seinem Leiden und Sterben, das hat für sie keine Bedeutung. Und an seine Auferstehung glauben sie schon gar nicht. Darum ist auch die "Welt" alles, was diesen Menschen zuteil wird - hier und ewig.

Aber alle, die durch den Glauben mit Christus verbunden sind und bleiben, Jesus spricht sie hier mit "Ihr" an, die ihm vertrauen und an ihm glauben in diesem Leben und auf ihn hoffen in einem anderen Leben, die wissen, dass er ihnen in der Auferstehung von den Toten vorausgegangen ist und dass sie ihm einmal folgen werden.

Wenn ich Jesus Christus so sehe, mit einem Sehen, das vor seinem Kreuz beginnt und im Glauben in meinem Herzen einzieht, dann beginnt er auch in mir zu leben. Ja, es ist eher ein inneres Sehen, das Sehen eines Herzens oder des Glaubens. Aber die Augen des Herzens, die Augen des Glaubens sehen nicht schlechter als die, die wir im Kopf haben.

Denn es ist dieser Gedanke, der uns im Glauben begleitet: Wenn ich frohe Stunden habe, dann weiß ich, er schenkt sie mir und ich nehme sie dankbar an. Wenn mir der Mut ausgeht, dann erinnere ich mich daran, dass auch ihn im Garten Gethsemane der Mut verlassen hat. Aber ich darf auch an den Sieg am Ostermorgen denken, den Sieg über die Mächte dieser Welt, über Tod und Teufel, die mich zu Boden drücken wollen, das wird mir neue Kraft geben. Und auch im Leid werde ich wissen, er lässt mich keinen Augenblick allein, er reicht mir die Hand und führt mich durch mein Leben.

So sehe ich Christus im Glauben und mit dem Herzen, denn wie es ein Dichter des vergangenen Jahrhunderts ausgedrückt hat: "Man sieht nur mit dem Herzen gut!" Und hinzugefügt hat er: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!"

Darum ist Jesus Christus der Herr meines Lebens. Er hat für mich gelitten und ist für mich gestorben. Aber er ist auch für mich auferstanden und wie er werde auch ich einmal auferstehen und mit ihm leben!