Die Kirche zum Heiligen Kreuz

Das jetzige Kirchenschiff ist aus Obernkirchener Sandstein gebaut. Es ist siebenjochig, wobei ein Joch der Raum ist, der von vier Säulen oder Ständern gebildet wird. Außen sind sieben Strebepfeiler, die nicht nur das Mauerwerk gliedern, sondern auch den Seitenschub des Daches auffangen. Auffällig ist die Schlichtheit des Innenraumes. Der Altarraum (Apsis) ist ohne weiteren Schmuck, nur die Rückwand ist farblich abgesetzt. Er birgt in sich einen wertvollen Schatz, ein romanisches Kruzifix. Zum 100jährigen Jubiläum der heutigen Kirche, 1960, erfolgte eine Umgestaltung der Inneneinrichtung. Ein Steinaltar wurde errichtet und die Kanzel, die bisher in Höhe der Prieche stand, wurde heruntergesetzt.

Die Renovierung

Im Jahre 2005 wurde die Kirche aufwendig saniert und modernisiert. Um eine höhere Flexibilität bei der Gestaltung von Gottesdiensten zu ermöglichen wurden die vorderen Bankreihen durch Stühle ersetzt. Weiterhin wurde in diesem Bereich eine Fußbodenheizung installiert. Das Kirchenschff wurde durch eine neue Farbgebung heller und freundlicher gestaltet, die alten Fußböden auf der Empore wurden abgeschliffen und im Bereich vor der Orgel wurde trittschallgedämmtes Kork verlegt. Ein neues Lichtkonzept rundet die Neugestaltung ab.

 

 

Der Fußboden auf dem Empore wurde abgeschliffen.

Die vorderen Bankreihen wurden durch Stühle ersetzt.

 

Kanzelkreuz

Bei der Kirchenrenovierung hat unsere Kirche nicht nur einen neuen Anstrich und eine neue Beleuchtung bekommen.

An der Kanzel ist seitdem ein Kreuz zu sehen. Die Anregung dazu kam von Katharina Zehnich aus Liekwegen, die uns bei der Renovierung der Kirche durch ihre fachkundige Beratung sehr unterstützt hat.
Bei einer unserer ersten Besprechungen brachte sie diese Idee ein: Warum nicht die Kanzel mit einem Kreuz ausschmücken, da ja die Kirche schon ihren Namen vom Kreuz bekommen hat als „Kirche zum Heiligen Kreuz„.

Der Kirchenvorstand ließ sich davon überzeugen und beauftragte Frau Zehnich mit der Auswahl und Beschaffung eines Kreuzes. Die Wahl fiel auf ein vergoldetes Metallkreuz. Ausschlaggebend war einmal die realistische Darstellung des Gekreuzigten, die der des Altarkreuzes ähnelt, zum andern die Entstehungszeit des Kreuzes: Es wurde 1881 gefertigt, also etwa zu der Zeit, als auch das Kirchenschiff unserer Kirche gebaut worden ist.

Es hing ursprünglich in einer Zelle eines französischen Klosters und diente dem Mönch oder der Nonne als Meditationskreuz. Als das Kloster aufgelöst wurde, wurden die Kunstwerke und liturgischen Geräte einem Kunsthändler übergeben, der sie dann weiter verkaufte.

So kam dieses Kreuz zu uns und ziert nun unsere Kanzel, übrigens als Geschenk von Katharina Zehnich und ihrem Mann Ralf, bei denen wir uns auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich bedanken möchten.

Die Sandsteinplatten im Altarraum

In unserer Kirche wurde der Betonklotz vorm Altar jetzt durch drei Sandsteinplatten ersetzt. Zwei dieser Sandsteinplatten erhielten christliche Symbole. Einmal das Symbol für den wahren Weinstock nämlich Christus, „Ich bin der Weinstock - ihr seid die Reben. Joh 15, 1“ aber auch für den Wein, mit dem Jesus das Sakrament des Heiligen Abendmahls eingesetzt hat. Mt 26,27-29; Mk 14,23-25; Lk 22,26; Des Weiteren der Pinselfisch mit u. stehender Inschrift, eines der ältesten christlichen Symbole neben dem Kreuz. Es war das Erkennungszeichen der Christen in den ersten Jahren der Christenverfolgung.

Man spricht davon, daß die Urchristen in der Verfolgung dieses Zeichen zur gegenseitigen Erkennung untereinander verwendeten: Eine Person zeichnete zunächst einen Bogen in den Sand, die andere vollendete das Symbol mit dem Gegenbogen und gab sich damit als Christ zu erkennen. Dieses Erkennungszeichen wurde nicht ohne Grund von den Christen gewählt: Aus den griechischen Buchstaben des Wortes Ichtys {lat. "ichthys"} = "Fisch" lassen sich folgende Worte bilden:



Die griechischen Buchstaben stehen somit für das, woran die Christen glaubten. Man kann also auch von dem kürzesten Glaubensbekenntnis der Christen sprechen:
"Ich glaube an Jesus Christus, er ist Gottes Sohn und mein Erlöser" Verwundert es somit, wenn viele Christen gerade mit DIESEM Symbol ihren Glauben bezeugen möchten?
Betrachten wir noch die einzelnen Wörter:
 

  • Jesus ist die griechische Form des hebräischen Jehoschuah (Josua) und bedeutet "Gott rettet". Somit ist der Name auch ein "Programm Gottes"
  • Christus ist ein Titel und kein Nachname. Das griechische "Christos" bedeutet "Gesalbter". Könige, Propheten und Priester wurden durch Salbung (Öl auf den Kopf gießen) in ihr Amt eingesetzt. In hebräisch heißt es "maschiach" (Messias).
  • Gottes Sohn: Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes
  • Retter/Erlöser: Um uns zu erlösen hatte Jesus Christus den Himmel verlassen, kam auf die Erde und ging letztlich für uns an Kreuz um uns von unseren Sünden zu erlösen.
 
Die Sandsteinplatten mit der Fertigung der Symbole wurden von Andreas Nürnberg und Martin Schmidt gespendet.